Dann fügte er noch hinzu: »Jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger im Himmelreich geworden ist, ist wie ein Hausherr, der aus seinem reichen Vorrat Neues ebenso hervorholt wie Altes.«

Matthäus 13:52

Was ist ein Lehrer?

Diese Frage stelle ich mir immer wieder, vor allem seit ich von meiner Gemeinde und dem Netzwerk als Lehrer im Sinne des fünffachen Dienstes laut Epheser 4 anerkannt wurde.

Ein Lehrer wird dort beschrieben als einer, der andere in die Reife und in ihre Berufung führt, zusammen mit den anderen vier Diensten. Dies ist also keine ausreichende Beschreibung, Abgrenzung oder Definition von Lehrer, denn diese Aufgabe haben alle fünf.

An anderen Stellen wird von Ältesten gesprochen, welche auch lehren können. Es sind demnach nicht nur die Lehrer, die lehren können. Lehren zu können ist demnach auch nicht die Definition eines Lehrers – vorausgesetzt, man setzt Älteste, die lehren können, nicht mit dem Amt des Lehrers gleich. Für eine solche Gleichsetzung gibt es aber keine zwingende biblische Grundlage.

Auch wird von den Ältesten nicht erwartet, was von den Mitgliedern des fünffachen Dienstes erwartet wird. Vergleiche dazu 1. Timotheus 3, Titus 3, und Epheser 4.

Lehrer haben eine grössere Verantwortung. Lehrer sein ist erstrebenswert. Das sind weitere Dinge, die wir über Lehrer in der Schrift lernen können.

Das Wort für Lehrer ist didaskalos. Es kommt im NT 58 mal vor, davon 48 mal in den Evangelien, davon 41 mal für Jesus, wobei es 29 mal als Anrede verwendet wird. Zwei mal verwendet es Paulus für sich selbst. Vier mal spricht es über das Vorhandensein von Lehrern in der Gemeinde.

Wir haben 3 Personen, welche von der Bibel Lehrer genannt werden: Jesus, Paulus und Apollos. Wir können nun aus den Berichten über Jesus, der Tätigkeit des Paulus, und dem Wenigen, was wir über Apollos wissen, versuchen, den Lehrer näher zu bestimmen.

Und wir werden immer anstehen damit, denn keine der Handlungen wurden klar abgegrenzt zwischen apostolischem, prophetischem und gegebenenfalls pastoralem Handeln.

Wenn Jesus sagt: „Ihr sagt …, ich aber sage Euch …“, tut er das nun als Lehrer oder als Apostel? Oder ist es eine prophetische Korrektur?

Was wir über das Amt des Lehrers aussagen, ist also oft kulturell und theologisch geprägt und hängt von unserer Interpretation der Schrift zusammen.

Was sicher ist: der Lehrer sagt uns nicht nur, wie etwas schon immer war. Das widerspräche unserem Leitvers oben. Zu jeder Zeit, so meine Interpretation, schliesst Gott dem Lehrer auch Neues auf.

Mein momentanes Verständnis

Ein Lehrer sagt uns, wie etwas wirklich ist – das Konzept, das Prinzip, die Struktur. Der Prophet sagt, wie etwas sein soll – die Diskrepanz zwischen Prinzip und gelebter Wirklichkeit. Der Apostel weiss, wie diese Diskrepanz überwunden werden kann, und der Pastor führt die Leute auf diesem apostolischen Weg.

Dabei geht es dem Lehrer nicht darum, eine Interpretation zu verteidigen, sondern die wahre Struktur, das hinterliegende Prinzip, das echte Sein aufzuzeigen.

Dieses existiert oft nur im Glauben. Es ist Vision, Ziel, Bestimmung so weit, wie es einem Menschen überhaupt möglich ist, das Reine und Wahre wahrzunehmen, ist unsere Wahrnehmung doch immer subjektiv und Stückwerk.

Der Prophet sieht die mögliche Manifestation des abstrakt Seienden, welches der Lehrer beschrieben hat. Diese mögliche Manifestation wird vom Lehrer weiter konkretisiert, so dass der Apostel führen und ausführen kann. Diese Ausführung wird vom Lehrer wiederum geprüft. Ein Zusammenspiel.

Des Weiteren ist der Lehrer die Anlaufstelle für Lehrfragen innerhalb des fünffachen Dienstes. Er lehrt nicht nur die Gläubigen, sondern prägt die Ausrichtung, die Weltanschauung, die Reife des fünffachen Dienstes wesentlich mit.

Ich glaube, wir verstehen den Dienst des Lehrers noch nicht, und meinen trotzdem, ihn entziffert zu haben.

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