Menschen mit einer stark ausgeprägten Anpassungsfähigkeit schwimmen gerne mit dem Strom. Sie leben in der Regel im Heute und nehmen die Dinge, wie sie kommen, jeden Tag aufs Neue.

So beschreibt Gallup Anpassungsfähigkeit.

Fragen wir einen Menschen mit Anpassungsfähigkeit, welche Zeit im wichtig sei – Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft – so antworten sie oft mit Gegenwart.

Die Zukunft wird gebaut durch die Entscheidungen, welche in der Gegenwart gefällt werden. Veränderungen sind nicht schlimm, ja sogar gewollt. Ihre Stärke ist es, auf jede Veränderung eine Antwort zu haben. Ohne zu zögern planen sie neu.

Am besten arbeiten sie unter Druck. Da sind sofortige Entscheidungen und Reaktionen notwendig, da können sie glänzen.

Nicht so gut geht es ihnen, wenn alles vorhersehbar ist. Aussagen wie „wir haben es schon immer so gemacht“ sind ihnen ein Gräuel. Das unterscheidet Anpassungsfähigkeit klar von Disziplin. Statt „Ich mag Routine“ sagt die Anpassungsfähigkeit „Ich liebe Veränderung“.

Abgrenzung gegen andere Talente

Disziplin und Anpassungsfähigkeit scheinen demnach Gegensätze zu sein, aber es gibt Menschen, die beide Stärken haben. Diese Menschen haben einen Plan, kennen die Routine, sind aber auch bereit, davon abzuweichen.

Anpassungsfähigkeit unterscheidet sich auch von Arrangeur. Anpassungsfähigkeit reagiert auf Veränderungen, während Arrangeur sie einleitet.

Jemand mit beiden Stärken stösst Veränderungen manchmal selber an, hat aber kein Problem, Veränderungen, welche von anderen ausgehen, ebenso mitzumachen.

Hier wird klar, dass Anpassungsfähigkeit zur Domäne der beziehungsbildenden Talente gehört – sie reagiert auf Veränderungen durch andere, folgt also den Beziehungen – Arrangeur aber zur Durchführung, handelt er doch von sich aus.

Gleichbehandlung und Anpassungsfähigkeit unterscheiden sich ebenfalls: erstere gleicht Disziplin in Beziehungsfragen, während Anpassungsfähigkeit ähnlich der Einzelwahrnehmung jede Beziehung individuell betrachtet. Allerdings ist dabei die Einzelwahrnehmung treibende Kraft, fokussiert auf das Gegenüber, während die Anpassungsfähigkeit eher auf den Moment reagiert.

Kontext erklärt die Gegenwart aus der Vergangenheit, Zukunftsorientierung ist eher auf die Zukunft fixiert, und beide sind oft nur bedingt bereit für die Gegenwart. Anpassungsfähigkeit lebt in der Gegenwart – und ist oft nicht bereit für die Zukunft.

Schatten- und Sonnenseiten

Menschen mit Anpassungsfähigkeit können ziellos, unentschlossen, ja manchmal sogar launisch, ergebnislos erscheinen.

Wie wertvoll sind sie jedoch in Situationen, wenn schnelle Reaktionen auf Unvorhergesehenes  notwendig werden. Oder wenn Veränderungen anstehen, unterstützen sie diese doch sehr kompetent und mit Freude.

Leiten mit Anpassungsfähigkeit

Ihre schnelle Reaktionsfähigkeit gibt anderen Vertrauen in Veränderungen. Trotzdem strebt sie nicht nach Macht, was es anderen eher möglich macht, ihr beizustehen.

Anpassungsfähigkeit muss sich klar machen, wie schwer Veränderungen für andere Menschen sind. Da braucht es Mitgefühl.

Stabilität und Hoffnung inmitten der Veränderung gibt die Sicherheit, mit der Anpassungsfähigkeit agiert.