Tatkraft

Menschen mit einer stark ausgeprägten Tatkraft setzen Gedanken in die Realität um. Geduld ist oft nicht ihre Stärke.

So definiert Gallup Tatkraft. Mindestens in der Kurzform.

Als meine Nummer 14 kann ich Tatkraft einsetzen, aber es braucht mich schon einiges an Energie und Konzentration. Sie ist für mich nur eine unterstützende Stärke, und ich habe wenig in Tatkraft investiert.

Tatkraft ist ein Talent in der Domäne Einflussnahme. Das bedeutet, dass es häufig darum geht, andere mitzunehmen. „Lasst uns das jetzt tun.“ Gleichzeitig begeistert die Tatkraft andere, mitzumachen.

Vor allem aber geht es darum, endlich aufzuhören, ständig zu schwatzen, und loszulegen!

Die Entscheidung ist getroffen, warum noch warten?

Der Tatkraft fällt es leicht, Dinge zu beginnen. Durchzuhalten vielleicht etwas weniger. Tatkraft ist aber der Katalysator, der ein Projekt oft aus den Startlöchern bringt.

Abgrenzung zu anderen Talenten

Ich plaudere jetzt etwas aus dem Nähkästchen. Meine Frau hat Tatkraft an vierter Stelle.

Meine Frau lernt folgendermassen: sie setzt etwas in die Tat um, betrachtet das Ergebnis, und zieht ihre Rückschlüsse. Das nächste Mal weiss sie mehr.

Ich selbst habe Wissbegier als Stärke. Ich lerne um des Lernens willen.

Ich habe Behutsamkeit. Ich denke selbst die Risiken durch, bevor ich beginne.

Tatkraft glaubt, dass die Weiterentwicklung eines Menschen nur durch Tun erreicht werden kann.

Intellekt dagegen sieht die Entwicklung in der Introspektion.

Grossartige Theorien sind für die Tatkraft genau das – Theorien. Beurteilen kann man etwas oder jemanden nur an dem, was er tut. Vorstellungskraft, Zukunftsorientierung und Analytisch sehen das, gelinde gesagt, etwas anders. Zum Glück verbindet Strategie das Denken mit dem Tun, indem es die Lösungswege sieht und findet.

Der geneigte Leser sieht nun das Potential für Konflikt in unserer Ehe: Denken versus Tun, sind doch die oben genannten Stärken, die ich der Tatkraft gegenüberstelle, meine dominanten Stärken.

Jahrelang war dieser Konflikt auch mehr als präsent.

Doch hier möchte ich für den CliftonStrengths-Test eine Lanze brechen: seit wir wissen, welche Stärken wir beide haben, kombinieren wir diese, statt sie zu bekämpfen.

Zusammenspiel

Wenn die Stärken aber zusammenspielen, dann kann das folgendermassen aussehen:

Tatkraft mit Zukunftsorientierung: Ich weiss, dass all meine Träume für die Zukunft schneller Wirklichkeit werden, wenn ich bereits heute beginne, mich darauf zuzubewegen.

Wie kann das nun aussehen, wenn zwei Personen beteiligt sind?

Oft hat die Person, welche Tatkraft besitzt, keine Ahnung, wo sie diese umsetzen soll. Daraus kann Frustration in der Lethargie entstehen, oder es werden immer wieder dieselben Dinge gemacht, nur damit man etwas zu tun hat.

Eine Person mit Zukunftsorientierung oder Vorstellungskraft hat oft so viele Ideen oder ein klares Bild der Zukunft, ist aber frustriert, weil es ihm nicht gelingt, diese umzusetzen.

Strategie sitzt irgendwo dazwischen: originale Ideen fehlen oft, aber sind diese vorhanden, sieht sie die Lösung. Aber sie braucht Tatkraft, um diese anzureissen.

Übrigens braucht Tatkraft entweder Verantwortungsbewusstsein, Leistungsorientierung oder Höchstleistung, um etwas auch durchzuziehen.

Dies einfach ein paar Ideen, wie Stärken und Personen sich ergänzen.

Schatten- und Sonnenseiten

Wir haben die Schatten- und Sonnenseiten von Tatkraft bereits gesehen:

Tatkraft begeistert und beginnt, hält aber oft nicht durch und weiss von sich aus nicht unbedingt, was zu tun.

Geduld fehlt oft und die Motivation, etwas zu tun, ist genau diese: etwas zu tun.

Aber ich bin dankbar für die Tatkraft: ohne sie wird oft nichts getan.

Lieben wir alle 34 Stärken, denn jede trägt etwas zum Gesamtbild bei.

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