Autorität

Menschen mit einer aussergewöhnlich stark ausgeprägten Autorität verfügen über Präsenz. Sie sind immer Herr der Lage und haben keine Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen.

So weit die Definition von Gallup.

Wenn ich über das Talent Autorität nachdenke, gefällt mir der englische Name dafür wesentlich besser: „Command“.

Autorität beinhaltet für mich, gesandt zu sein mit einem Auftrag und der notwendigen Ausrüstung, auch Befehlsgewalt. Wie die Bibel es in der Geschichte mit dem Zenturio beschreibt: Ich stehe unter Autorität, darum habe ich Autorität.

Für einige mag die Unterscheidung eher semantischer Natur sein, da sie sowohl Autorität als auch Command mit Position gleichsetzen.

Doch hier geht es um eine Haltung, eine Sicherheit. Es geht hier wesentlich mehr um das Staunen der Menschen, die Jesus zuhörten: „Dieser legt die Schrift mit Autorität aus“.

Dieser Gedanke versöhnt mich mit der deutschen Übersetzung.

Doch weiter zum eigentlichen Talent, so wie es Donald Clifton definiert:

Menschen mit Autorität kauft man ab, was sie sagen. Warum? Sie stehen für das ein, was sie glauben. Daher übernehmen sie die Leitung und weichen Konflikten nicht aus.

Abgrenzung gegen andere Talente

Was unterscheidet denn Autorität von Überzeugung? Überzeugung nimmt seine Motivation aus Grundwerten und Ethik. Solange diese Grundwerte gelebt und die Ethik befolgt wird, kann ein Mensch mit Überzeugung durchaus ruhig seinem Werk nachgehen. Es geht ihm weniger darum, seine Grundwerte anderen weiterzugeben – ausser natürlich, wenn genau das ein Teil seiner Grundwerte ist, z.B. die Mission oder Evangelisation. Es geht ihm darum, aus Überzeugung etwas zu tun.

Einem Menschen mit Autorität hingegen geht es darum, andere anzuleiten. Er ist sich sicher, dass er das kann und das es um Wohle der anderen ist.

Selbstbewusstsein ist, wie Autorität, ein Talent der Einflussnahme. Autorität glaubt an ihre Fähigkeit, zu leiten, während Selbstbewusstsein glaubt, sich selber leiten zu können, ohne viel Rat zu brauchen. Selbstbewusstsein kann ohne weiteres etwas alleine tun – und besticht durch seine Sicherheit. Autorität hingegen sammelt andere und weiss, wohin das Team sich bewegen soll.

Kontaktfreudigkeit möchte andere von der eigenen Meinung überzeugen, genau wie Autorität. Während es aber Autorität darum geht, andere anzuleiten, geht es der Kontaktfreudigkeit darum, gemocht zu werden. Gleiches Ziel, anderer Ansatzpunkt, andere Motivation.

Bedeutsamkeit unterscheidet sich auch von Autorität, auch wenn beide mit Menschen mit grosser und starker Persönlichkeit in Verbindung gebracht werden. Bedeutsamkeit möchte beachtet werden und ein Erbe hinterlassen, während Autorität die Leitung übernehmen will.

Wettbewerbsorientierung vergleicht, Autorität fordert heraus. Tatkraft will anfangen, oft mit Ungeduld, während Autorität es richtig machen will und geduldig vorbereitet, wenn nötig.

Schatten- und Sonnenseiten

Autorität wird im schlimmsten Fall sehr autoritär, diktatorisch, herrisch. Im besten Fall hingegen bringt sie Ausrichtung und Klarheit über das zu erreichende Ziel. Das Chaos wird beseitigt. Und sie steht für diejenigen ein, die sie leitet.

Ein Beispiel für Autorität ist die Schöpfungsgeschichte. Der Geist Gottes schwebte über dem Chaos, und Gott sprach.

Leiten mit Autorität

Vertrauen, Stabilität, Hoffnung, Mitgefühl entstehen natürlich aus der Fähigkeit, zu leiten. Ein Naturtalent – wenn auf der Sonnenseite.

Und im Leiten fühlt sich Autorität auch wohl.

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