Überzeugung

Menschen mit einer starken inneren Überzeugung verfügen über ein stabiles Wertesystem, aus dem sie ihren Lebenssinn beziehen.

So definiert Gallup das Talent in einem Satz.

Ich habe das Glück, mehrere Personen in meinem Umfeld zu haben, welche Überzeugung auf der Top-Position ihrer Stärken haben.

Wunderbare Menschen, welche einen hohen Stellenwert auf Moral und Verantwortungsbewusstsein legen. Ihre Grundwerte rufen sie zurück, wenn sie in der Gefahr  stehen, sich den Versuchungen und Zerstreuungen der Welt hinzugeben.

Beziehungen sind für diese Menschen wichtig und dauerhaft – sofern dies ihrem Wertesystem entspricht.

Sie suchen Sinn im Leben, und sinnvoll kann nur sein, was ihren Werten entspricht.

Auf jeden Fall weiss man immer, wo diese Personen stehen. Das bringt Stabilität.

Mögliche Schattenseiten

Das Wertesystem, das es ihnen erlaubt, zu handeln, ist von Person zu Person unterschiedlich ausgeprägt. Zwar mögen in unser über Jahrhunderte christlich geprägten Kultur einige davon grundsätzlich vorhanden sein, aber jeder Mensch ist unterschiedlich geprägt und geformt.

Dessen sind sich Menschen, die mit Überzeugung (als Talent) tun, was sie tun, oft nicht bewusst. Klar, sie sehen, dass andere Menschen nicht ihren Werten gemäss handeln. Ihre Reaktion darauf ist aber meist, dem anderen dahingehend helfen zu wollen, diese offensichtlichen Werte zu übernehmen und danach zu leben.

Es geht sogar noch viel weiter. Oft glauben sie, dass diese Werte universal seien – zumindestens in ihrem Kulturkreis – und dass andere nur nicht die Willenskraft und Hingabe haben, danach zu leben.

Oft geht dies so weit, dass ihre durch das Wertesystem induzierten Gedanken höheren Massstäben genügen. Sind sie religiös oder gläubig, sind solche Gedanken oft Gottes Wort. Jede Philosophie, der sie angehören, muss verteidigt werden. Je nach Weltansicht geschieht dies auch durch eine recht absolute dualistische Einteilung in Gut und Böse.

In unseren Augen erscheint derjenige als Held, der sich in den Bereichen besonders profiliert, die für uns einen hohen Stellenwert haben. Jonathan Swift

Änderungen des Denkens ist sehr schwierig, sofern dies eine Anpassung des Wertesystems notwendig macht – oder wenigstens ihrer subjektiven Auslegung dieses Wertesystems. Dann geht es um Charaktereigenschaften, nicht um intellektuelle Spielereien.

Abgrenzung zu anderen Stärken

Wo Strategie aus vielen möglichen Wegen den besten auswählt, gibt es für Überzeugung nur einen Weg.

Überzeugung muss etwas sehen, um es zu glauben. Wobei „sehen“ nicht unbedingt, ja eher selten als sensorisches Sehen zu verstehen ist. Analytisch hingegen muss etwas beweisen können, um es vertreten zu können.

Wo Intellekt frei von Begrenzungen denken kann, verwirft Überzeugung à priori alles, was ausserhalb des eigenen Wertesystems ist, und verfolgt es nur insofern weiter, um seine Nichtigkeit zu beweisen.

Einfluss anderer Stärken

Vorstellungskraft kann sich alles mögliche vorstellen, und Überzeugung bewertet und ordnet diese Vorstellungen in der werteinduzierten Weltsicht ein.

Wissbegier streckt sich wertfrei nach allem Wissen aus – wichtig ist, etwas Neues zu lernen. Überzeugung stellt fest, ob das angestrebte Lernziel würdig ist.

Überzeugung liefert für die Zukunftsorientierung die Grundwerte zur Ausgestaltung der möglichen Zukunftsperspektiven.

Überzeugung hat eine gewisse Leidenschaft für das, was ihr wichtig ist, das Wertesystem sieht Behutsamkeit aber als Privatsache an.

Entwickler mit Überzeugung hilft dem anderen, ein starkes Wertesystem zu entwickeln. So wird die Welt zu einem besseren Ort.

Wo fühle ich mich wohl?

Wohl ist es der Überzeugung in einem Umfeld Gleichgesinnter oder Anpassungswilliger.

Wie zeigt sich Ihre Überzeugung?

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